08.10.2026 // Events mit Vorbildcharakter: Zero Waste Award 2026 verliehen

BSR und Zero-Waste-Agentur zeichnen zehn Berliner Veranstaltungen aus: Musterlösungen für ressourcenschonende Events und mehr Wiederverwendung
Am 07. Oktober 2026 wurden beim Zero Waste Award Veranstaltungen gewürdigt, die ressourcenschonendes Handeln in den Mittelpunkt ihrer Eventplanung gestellt haben. Die BSR-Vorstandsvorsitzende Stephanie Otto, Initiatorin und Schirmherrin des Awards, und Senatorin Ute Bonde lobten in ihren Reden das ausgezeichnete Engagement der Preisträger:innen.
Nach seiner erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr, ging der Zero Waste Award 2026 in seine zweite Runde. Die Auswahl der Preisträger:innen fiel auch dieses Jahr nicht leicht, betonten Mitglieder der fünfköpfigen Jury. Die zahlreichen Einreichungen zeichneten sich durch eine Vielfalt von Maßnahmen aus, mit denen sie bei den durchgeführten Events nachweislich Ressourcen geschont und Abfall vermieden haben.
Bemerkenswert war auch das breite Spektrum der Veranstalter: Sowohl NGOs, Vereine und Bildungseinrichtungen als auch öffentliche Institutionen, etablierte Unternehmen und junge Start-ups hatten ihre Bewerbungen eingereicht. Die Veranstaltungsformate reichten dabei von großen Messen, Stadtevents, Konzerten und Sportveranstaltungen bis hin zu Fachkongressen, Festivals, Jubiläumsfeiern, Kiez-Veranstaltungen und Workshops.
Stephanie Otto, BSR-Vorstandsvorsitzende und Schirmherrin des Zero Waste Awards: „Die Preisträger haben bewiesen: Abfälle reduzieren ist immer möglich – bei großen wie bei kleinen Veranstaltungen und unabhängig vom Veranstaltungsformat. Ich gratuliere allen Gewinnern ganz herzlich und danke ihnen dafür, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen. Sie tragen dazu bei, die Event-Metropole Berlin abfallärmer zu gestalten. Ausgelassenes Feiern und achtsamer Umgang mit unseren Ressourcen sind keine Gegensätze. Das haben die ausgezeichneten Veranstalter bravourös bewiesen.“
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Der Zero Waste Award zeigt, wie unterschiedlich abfallarmes Handeln aussehen kann – ob beim Amateursportverein nebenan oder bei einer Großveranstaltung mit zehntausenden Gästen. Genau diese Bandbreite brauchen wir: praxistaugliche Lösungen, die sich von einem Kontext in den nächsten übertragen lassen. Mit dem Leitfaden für abfallarme Veranstaltungen, dem Kommunikationsbaukasten der Zero-Waste-Agentur und der seit Kurzem geltenden Ausführungsvorschrift Mehrweg hat Berlin dafür inzwischen ein Instrumentarium, das über Einzelinitiativen hinausreicht. Die zum Wettbewerb eingereichten Konzepte liefern uns wertvolle Praxiserfahrung für die Weiterentwicklung dieser Instrumente.“
Die Gewinner:innen erhielten Preise in den folgenden Kategorien.
Kategorie „Kleine Veranstaltungen“ (bis 500 Besucher:innen)
Der 1. Preis ging an den FC Internationale Berlin 1980 e.V. für den „Zu Null Spieltag (Aktionsspieltag Zero Waste)“. Der Amateursportverein hat bei seinem Aktionsspieltag mit etwa 350 Besucher:innen gezeigt, wie man auch mit begrenzten Mitteln Kreislaufwirtschaft praktisch umsetzen kann: Foodsharing-Buffet, Mehrweg-Geschirr, professioneller Kleidertausch und das weltweit erste Cradle-to-Cradle-Fußballtrikot machen Ressourcenschonung für Fans, Teams und Nachbarschaft direkt erfahrbar.
Den 2. Preis erhielt die Yeşil Çember ökologisch interkulturell gGmbH für ihr „Reparatur- und Tauschfest“.
Mit dem 3. Preis wurde die Geyer Umformtechnik GmbH für die Veranstaltung „Acht Jahrzehnte Geyer Umformtechnik“ ausgezeichnet.
Kategorie „Mittelgroße Veranstaltungen“ (501 bis 2.500 Besucher:innen)
Den 1. Preis vergab die Jury an das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg für das „Klimafest Xhain“. Das von etwa 1.500 Menschen besuchte kostenlose Klimafest hat Klimaschutz, Ressourcenschonung und nachhaltigen Konsum niedrigschwellig erlebbar gemacht. Zero-Waste-Aspekte wurden als Querschnittsthema in Catering, Ausstattung, Programm und Kommunikation integriert. Das Bezirksamt hat gezeigt, wie ein ganzes Fest nach dem Prinzip „weniger Abfall, mehr Wirkung“ gestaltet werden kann.
Mit dem 2. Preis wurde die Bitkom Servicegesellschaft mbH für den „AIDAQ - AI, Data and Quantum Summit“ gewürdigt.
Der 3. Preis ging an den FVAJ e.V. für das „Projekt Social Makerspace“.
Kategorie „Große Veranstaltungen“ (ab 2.501 Besucher:innen)
Den 1. Preis bekam die Loft Concerts GmbH im Initiator:innenkollektiv mit KKT GmbH – Kikis Kleiner Tourneeservice, C2C NGO und Side by Side Eventsupport GmbH für das „Labor Tempelhof (2.0)“. Bei mehreren Open-Air-Konzerten mit insgesamt rund 330.000 Besucher:innen wurden kreislauffähige Lösungen entlang des gesamten Eventsystems erprobt: von Energie, Infrastruktur und Catering über Sanitär- und Wasserkonzepte bis zu Abfall- und Nährstoffmanagement. Alle Erfahrungen flossen in ein frei zugängliches Guidebook ein, das andere Veranstaltende zur Nachahmung und Weiterentwicklung einlädt.
Der 2. Preis ging an die Senatsverwaltung für Inneres und Sport für die „Fan Zone zur UEFA EURO 2024 in der Host City Berlin“.
Für den 3. Preis wählte die Jury die GRÜNE LIGA Berlin mit ihrem „Umweltfestival“ aus.
Einen Sonderpreis verlieh die Jury an den a tip: tap e.V. für die Einreichung „Wasserbar bei einem Sportevent“. Mit der Wasserbar zeigt der Verein, wie bei Großevents Flaschenwasser durch Leitungswasser in Mehrwegbehältern ersetzt werden kann: Ein Lastenrad mit integrierter Bar, Trinkwasseranschluss und Mehrwegbecher reichen aus, um tausende Menschen ohne Einwegabfall zu versorgen und sie zugleich über die Vorteile von Leitungswasser zu informieren.
Die Jurymitglieder beim diesjährigen Zero Waste Award waren:
- Meike Al-Habash, Leiterin der Zero-Waste-Agentur
- Dr. Günther Bachmann, Nachhaltigkeits- und Umweltwissenschaftler
- Matthias Leonhardt, Geschäftsführer Berlin Event Network (BEN) e.V.
- Karin Teichmann, Vorstand der EUREF AG
- Sabine Wendt, Geschäftsführerin visitBerlin
Mehr Informationen zu den diesjährigen Preisträger:innen unter bsr.de/zero-waste-award-veranstaltungen-2026.
Der Zero Waste Award wurde durch die BSR und die Zero Waste Agentur zum zweiten Mal verliehen. Das Ziel der Auszeichnung ist es, Leuchtturmprojekte und Vorreiter in Sachen Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft aus und für Berlin zu würdigen und sichtbarer zu machen. Im vergangenen Jahr wurden Musterlösungen der Wohnungswirtschaft für mehr Nachhaltigkeit in Wohnquartieren prämiert.
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