Zero-Waste-Monitoring

Berlin ist auf dem Weg eine Circular Economy zu werden. Dafür braucht es auch Daten und Fakten. Wo steht Berlin gerade? Wir wollten wissen, wie weit sind die Berliner:innen eigentlich schon bei der Umsetzung von Zero-Waste-Strategien? Welche ressourcenschonenden Maßnahmen kennen sie und setzen sie schon um?

2024 haben wir dafür erstmals ein Zero-Waste-Monitoring in Berlin durchgeführt. Auf dieser Seite präsentieren wir die Ergebnisse, die zusätzlich in der Fachzeitschrift "Müll und Abfall" in der Ausgabe 4/2025 veröffentlicht wurden. In diesem Artikel sind auch ausführlich die verwendeten Methoden und die Ergebnisse dargestellt.

  • Der Fachartikel  ist hier als PDF frei verfügbar: 

"Zero-Waste-Monitoring in Berlin: Eine Fallstudie zur Messung der Abfallvermeidung auf kommunaler Ebene"

  • Die  erhobenen  Daten sind hier als frei verfügbare Datentabellen downloadbar: 

Zero-Waste-Agentur (2025). Berliner Zero-Waste-Monitoring 2024 (Datensatz). figshare. Dataset. https://doi.org/10.6084/m9.figshare.28986485.v1

Im Folgenden erfahrt Ihr mehr zu den einzelnen Zero-Waste-Strategien, die wir 2024 untersucht haben und darüber, was die Berliner:innen hier schon alles tun und wo noch Potenziale sind.

2025 haben wir eine zweite Befragung vorgenommen. Dazu finden sich ausgewählte Erkenntnisse weiter unten auf dieser Seite.

Gesamtüberblick zu den Zero-Waste-Strategien und wie Berliner:innen diese umsetzen aus der Befragung im Jahr 2024

Übersichtsgrafik Ergebnisse Zero-Waste-Monitoring

Wichtigster Bestandteil des Zero-Waste-Monitorings 2024 war die Befragung von 1.000 Berliner:innen bezüglich ihrer Nutzung bzw. Umsetzung von insgesamt acht verschiedenen Zero-Waste-Strategien. Bei der Umsetzung wurde konkret nach dem Zeitraum gefragt, wann diese Strategie das letzte Mal umgesetzt wurde – die Befragten konnten dabei wählen zwischen „in den letzten 4 Wochen“, „in den letzten 12 Monaten“, „länger her als 12 Monate“. Diese Unterscheidung ermöglicht es, in der Auswertung zu unterscheiden, ob es eine Strategie ist, die viele Befragte umsetzen (sagt etwas aus zum Grad der Verbreitung) und ob es eine Strategie ist, die eher selten oder eher oft umgesetzt wird (sagt etwas zum Grad der Häufigkeit).

Diese 8 Zero-Waste-Strategien haben wir entlang der wichtigsten R-Strategien für Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung formuliert. Konkret haben wir abgefragt:

  • Refuse: 1. Unverpackt eingekauft,  2. Mehrweg für „to go“,  3. Keine Lebensmittelverschwendung,
  • Rethink: 4. Gemietet / geliehen statt gekauft,
  • Reduce: 5. Langlebig / reparierbar gekauft,
  • Reuse: 6. Gebraucht gekauft / erhalten, 7. Weitergegeben / verschenkt / gespendet,
  • Repair: 8. Repariert statt weggeworfen.

Die am meisten verbreiteten Zero-Waste-Strategien sind das Vermeiden von Lebensmittelabfällen und das unverpackte Einkaufen. Hier liegen die Umsetzungszahlen über 85% (alles das, was grün in der Grafik ist). Sie sind zugleich auch diejenigen Strategien, die, wenn sie umgesetzt werden, gleichzeitig auch am häufigsten umgesetzt werden:

Wenigstens zwei Drittel aller Befragten haben in den letzten vier Wochen diese Strategien umgesetzt. Schaut man auf das andere Ende der Umsetzungsskala, fällt auf, dass es von den 8 Strategien eben auch Strategien gibt, die im Gegensatz von mehr als der Hälfte der Befragten noch nie umgesetzt wurden, dies umfasst „Langlebig/reparierbar gekauft“, „Gebraucht gekauft/erhalten“ sowie „Gemietet/geliehen statt gekauft“. Und wenn überhaupt umgesetzt, dann wurde sie von den meisten Befragten vor mehr als 12 Monaten umgesetzt. Sie gehören also nicht nur zu den wenig sondern auch zu den selten genutzten Zero-Waste-Strategien.

Quasi im Mittelfeld der Umsetzung befinden sich die drei Strategien „Weitergegeben/verschenkt/gespendet“, „Repariert statt weggeworfen“ sowie „Mehrweg für ‚to go‘“. Diese drei unterscheiden sich vor allem dahingehend, dass die Mehrweg-Strategie eine Strategie ist, die, wenn sie umgesetzt wird, eher häufig umgesetzt wird, wohingegen die anderen beiden insgesamt zwar von mehr Befragten angewendet werden, dafür aber seltener.

Für jede Strategie haben wir auch genau nachgefragt, über welche Kanäle – z.B. Freunde und Familie, vor-Ort-Geschäfte in der Nachbarschaft, online-Shops (die genaue Ausprägung hängt immer von der jeweiligen Strategie ab) die Strategie umgesetzt wurde, und auch welche Produkte das betroffen hat – z.B. Kleidung, Möbel, Elektro- und Elektronikgeräte (EEG), Lebensmittel (auch hier hängt die genaue Ausprägung immer von der jeweiligen Strategie ab).

Genauerer Antworten aus dem Monitoring, welches wir 2024 umgesetzt haben, finden sich nachfolgend in einer Detail-Auswertung der jeweiligen Einzelstrategien:

Webinar Mitschnitt

Am 15. Mai 2025 haben wir die Methodik, einige Ergebnisse der Befragung aus dem Jahr 2024 teils teils mit Detailvertiefungen sowie exemplarisch die Möglichkeit der Hochrechnung vermiedener Abfälle durch einzelne Strategien vorgestellt. Das Webinar ist hier als Mitschnitt zu sehen.

Bei Fragen zu diesem Zero-Waste-Monitoring kontaktieren Sie uns gerne unter kontakt@zerowasteagentur.de

 

1,3 mehr Zero-Waste-Maßen setzen Menschen um, die die Zero-Waste-Agentur kennen

Herzlichen Glückwunsch! Wenn du das hier liest, hast Du in den letzten 4 Wochen wahrscheinlich 1,3 mehr Zero-Waste-Maßnahmen umgesetzt, als jemand, der uns noch nicht kennt! Denn eine Regressionsanalyse des Zero-Waste-Monitorings ergab: "Wer die Zero-Waste-Agentur kennt, hat in den letzten 4 Wochen 1,3 Maßnahmen mehr umgesetzt als jemand, der sie nicht kennt."

Unverpacktes einkaufen

Unverpacktes Einkaufen ist die am zweitmeisten und -häufigsten umgesetzte Zero-Waste-Strategie: 86% der Befragten haben dies jemals schon einmal gemacht – der Anteil bleibt hoch, selbst wenn man nur die letzten 4 Wochen anschaut: 66% der Befragten geben für diesen Zeitraum an, unverpackt eingekauft zu haben an.

Unverpackt-Einkäufe werden sehr wenig und selten bei Putz- und Waschmitteln und Pflege- und Hygieneprodukten umgesetzt. Hier haben nur 6% bzw. 7% der Befragten angegeben, diese (jemals) unverpackt gekauft zu haben. Gleichzeitig wissen oder zumindest vermuten bei diesen Produktgruppen dennoch 56% der Befragten, wo und wie sie solche Produkte unverpackt erwerben können – ein interessanter Unterschied zur tatsächlichen Einkaufsgewohnheit und auch zur künftigen Absicht.

Mit großem Abstand wird das unverpackte Einkaufen vor allem bei Lebensmitteln umgesetzt. 86% der Befragten haben ihre Lebensmittel (jemals) unverpackt im Standard-Geschäft gekauft. Gefragt nach der Menge (im letzten Jahr) wurden letztlich doch nur 19,6% der Lebensmittelkäufe tatsächlich unverpackt getätigt.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Mehrweg für "to go"

Bei der Nutzung von Mehrweggefäßen – egal ob eigene oder Pfand-Gefäße – für den unterwegs-Verzehr von sowohl Getränken als auch zubereitetem Essen gibt es deutliches Potenzial zur verbreiteten und häufigeren Nutzung, denn nur 56% der Befragten geben an, das jemals gemacht zu haben.

Das bedeutet umgekehrt, dass 44% der Befragten das noch nie umgesetzt haben. Jüngere Menschen verwenden öfter Mehrweg als ältere. Zum Beispiel haben 84% der 18- bis 24-Jährigen schon einmal Mehrweg genutzt, während es bei den 60- bis 74-Jährigen nur 30% sind. Egal ob Getränke oder Speisen, die Nutzung eigener Behältnisse wird leicht bevorzugt: Viele Menschen nutzen noch keine Mehrweggefäße für Essen und Getränke zum Mitnehmen. 44% der Befragten haben das noch nie gemacht.

Jüngere Menschen verwenden öfter Mehrweg als ältere. Zum Beispiel haben 84% der 18- bis 24-Jährigen schon einmal Mehrweg genutzt, während es bei den 60- bis 74-Jährigen nur 30% sind. Bei Getränken nutzen 44% eigene Becher lieber als Pfandbecher, da sind es nur 33%. Bei zubereiteten Speisen verwenden ebenfalls mehr Leute eigene Behälter (23%) als Pfandbehälter (17%).

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Keine Lebensmittelverschwendung

Lebensmittel nicht zu verschwenden hat, gemessen an der Umsetzung hohe Priorität. Es ist die Zero-Waste-Strategie mit den höchsten Umsetzungswerten und ist ähnlich zum unverpackten Einkaufen, eine Strategie, die nicht nur von vielen Menschen sondern auch vergleichsweise häufig umgesetzt wird: 94% der Befragten haben angegeben, schon einmal Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung ergriffen zu haben, wobei 76% dies in den letzten vier Wochen umgesetzt haben.

Das ist die höchste und häufigste Umsetzungsrate im gesamten Zero-Waste-Monitoring. Die wiederum häufigste Strategie zur Rettung von Lebensmitteln ist eine geeignete Aufbewahrung, also etwas im Kühlschrank oder in passenden Behältern: 81% der Befragten berichten, dass sie dadurch Lebensmittel vermieden haben.

Zum Vergleich: 58% haben Lebensmittel an Freunde oder Nachbarn abgegeben, und jeweils nur 6% nutzen Fairteiler oder Apps wie „too good to go“. Wenn es um die Häufigkeit der Umsetzung in den letzten vier Wochen geht, lag der Durchschnitt bei 3,6 Mal für zubereitete und 5,1 Mal für unverarbeitete Lebensmittel. Dies zeigt noch Potenzial zur Ausweitung dieser Strategie gibt.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Gemietet / geliehen statt gekauft

Im Vergleich zu anderen Abfallvermeidungsstrategien wird das Mieten und Leihen von Produkten eher selten genutzt: 52% der Befragten haben noch nie etwas gemietet oder geliehen.

Betrachtet man die einzelnen Produktkategorien, zeigen sich Unterschiede: Von denjenigen, die bereits einmal etwas gemietet haben, sind es vor allem Elektrogeräte (EEG), mit 33% der Befragten.

Bei Möbeln und Kleidung liegt dieser Anteil deutlich niedriger, mit nur 16% bzw. 17%.

Auch die zukünftige Bereitschaft zum Mieten und Leihen ist gering: 68% der Befragten möchte bei Möbeln und sogar 73% bei Kleidung in Zukunft eher nicht oder auf keinen Fall diese Produkte mieten oder leihen.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Langlebig / reparierbar gekauft

Die Strategie, Produkte so zu kaufen, dass sie langlebig oder reparierbar sind, wird im Vergleich mit den anderen abgefragten Strategien insgesamt von den wenigsten Befragten umgesetzt.

Mehr als zwei Drittel (69%) geben an, darauf noch nie geachtet zu haben. Bei den einzelnen Produktkategorien zeigen sich geringe Unterschiede: Besonders selten werden Kleidung und Möbel in langlebiger oder reparierbarer Form gekauft, mit nur 11% bzw. 12%.

Am häufigsten trifft dies auf Elektrogeräte (EEG) zu, wo immerhin 21% der Befragten angaben, bereits einmal solche Produkte erworben zu haben.

Die zukünftige Absicht, langlebige und reparierbare Produkte zu kaufen, zeigt interessanterweise einen vergleichsweise sehr hohen „Vielleicht“-Anteil: Bei Kleidung antworten 43%, bei Möbeln 41% und bei EEG 39% der Befragten mit „vielleicht“.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Gebraucht gekauft / erhalten

Gebrauchte Produkte zu kaufen oder anderswo zu bekommen, wird im Vergleich zu anderen Strategien eher selten genutzt. 59% der Befragten haben diese Strategie noch nie ausprobiert. Wenn sie es schon einmal gemacht haben, liegt das oft schon länger als 12 Monate zurück (28%).

Interessanterweise fühlt sich jedoch eine klare Mehrheit in der Lage, gebrauchte Produkte zu erwerben: 80% bei Möbeln, 81% bei Elektrogeräten und 85% bei Kleidung. Dies steht entgegen gesetzt zur Nutzung.

So gibt es auch weiter eine deutliche Ablehnung gegenüber dem zukünftigen Kauf gebrauchter Produkte – besonders bei Kleidung (69%) und Möbeln (63%) stehen die Befragten dem ablehnend gegenüber.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Weitergegeben / verschenkt / gespendet

71% der Befragten geben an, Strategie „Weitergeben / verschenken / Spenden“ von gebrauchten Dingen schon einmal umgesetzt zu haben. So berichten 55% der Befragten, dass sie schon einmal Kleidung verschenkt oder gespendet haben.

Umgekehrt, wenn man auf die Seite der Wiederverwendung schaut, geben jedoch nur 17% an, gebrauchte Kleidung schon einmal in einem Geschäft gekauft zu haben. Dies verdeutlicht einen erheblichen Unterschied zwischen den beiden Seiten, die zur Wiederverwendung gehören – sowohl das Spenden als auch das Kaufen von Gebrauchtwaren.

Dennoch bleibt ein Drittel der Befragten (29%), das noch nie Dinge weitergegeben, verschenkt oder gespendet hat. Selbst bei dieser insgesamt bereits weit verbreiteten Strategie gibt es also noch Potenzial zur Verbesserung.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Repariert statt weggeworfen

Reparieren nimmt insgesamt eine mittlere Position unter den umgesetzten Strategien ein. Fest steht jedoch, wenn repariert wird, dann doch eher selten: 39% der Befragten geben an, vor mehr als 12 Monaten etwas repariert zu haben, was den höchsten erhaltenen Umsetzungswert für diesen Zeitraum darstellt.

Bei den Altersgruppen zeigt sich ein deutlicher Unterschied: 37% der 18- bis 24-Jährigen haben bereits eine Reparatur durchgeführt, während es bei den 25- bis 39-Jährigen 55% sind und bei den über 40-Jährigen zwischen 68% und 70% liegt. Dies verdeutlicht die steigende Reparaturbereitschaft oder auch -fähigkeit mit zunehmendem Alter.

In Bezug auf das Wissen um die Umsetzungsmöglichkeiten gibt es Unterschiede zwischen den Produktgruppen: Während 70% der Befragten wissen, wie sie Kleidung reparieren können, sind es nur 32% für Elektrogeräte und 24% für Möbel.

Fakt 1

Fakt 2

Fakt 3

Ausgewählte Erkenntnisse aus der Befragung im Jahr 2025

Das in 2025 erneut (als repräsentative telefonische Befragung mit 1.000 Teilnehmenden) durchgeführte Zero-Waste-Monitoring hat in seiner zweiten Welle unzählige weitere Einsichten und Details ermitteln können. Hier folgt eine Auswahl – entlang der 8 Strategien:

Unverpacktes einkaufen

Unverpacktes Einkaufen war im Zero-Waste-Monitoring 2024 auf Platz 2 der Zero-Waste-Strategien gelandet.  86% der Befragten haben dies laut der ersten Befragung jemals schon einmal gemacht.

Die Erhebung in 2025 konnte zeigen, dass die Umsetzung dieser Strategie grundsätzlich häufiger geworden ist: Haben in 2024 in den letzten 12 Monaten noch 81% der Befragten unverpackt eingekauft, waren es 2025 84%.

  • Zudem kann eine neu eingeführte Kategorie zeigen, dass ganze 59% der Befragten einen unverpackt-Einkauf in den letzten 7 Tagen umgesetzt haben. Dies zeigt, dass unverpacktes Einkaufen tägliche Routine ist und in der Regel sehr häufig angewendet wird.

  • Weiteres Potenzial besteht allerdings bei dem Anteil der unverpackt eingekauften Lebensmittel, der sich in beiden Befragungen zwischen 13% und 16% aller Einkäufe bewegt. Noch größeres Potenzial besteht bei den unverpackten Körperpflege- und Hygieneprodukten sowie Putz- und Waschmitteln, die weiterhin nur von wenig Befragten und wenn, dann auch nur zu einem geringen Anteil (0,74% aller Einkäufe) gekauft werden.


     

Mehrweg für „to go“

Intensive Mehrwegnutzer setzen ihre Gewohnheiten mit gleichbleibendem oder wachsendem Enthusiasmus fort, während Gelegenheitsnutzer:innen im Vergleich zum Vorjahr Mehrwegbehältnisse in der Tendenz nun seltener verwenden.

  • Wie im Jahr zuvor zeigt sich, dass Mehrweg für „to go“ vor allem von Jüngeren verwendet wird, diese nutzen auch sehr häufig, 34% in den letzten 7 Tagen bei den 18- bis 24-Jährigen.

  • Jedoch hat die Gruppe der 60- bis 74-Jährigen in 2025 aufgeholt und liegt bei 45% statt 30% Umsetzung.

  • Bei den Getränken bevorzugten 2024 mit 44% Nutzung noch die eigenen Becher gegenüber den Pfandbechern mit einer Nutzung von 33% - in 2025 hat jedoch die Nutzung der Pfand-Mehrwegbecher aufgeholt und liegt bei 36%. Dabei ist auch die Häufigkeit in der Nutzung leicht gestiegen, in den letzten 12 Monaten haben 24% statt 22%, Getränke to-go Pfand-Mehrwegbecher konsumiert.

  • Für die eigenen Mehrwegbecher ist diesbezüglich ein Rückgang in der Nutzung zu beobachten: Waren es 2024 noch 35% der Befragten, die eigene Becher für to go-Getränke in den letzten 12 Monaten nutzten, sind es in 2025 nur noch 23%, ein deutlicher Unterschied. Bei der Nutzung von Mehrweg für zubereitete Gerichte zeigt sich eine leichte Zunahme in der Menge: Dieser Wert stiegt von 0,61 Gerichten in den letzten 4 Wochen in 2024 Befragung auf jetzt 0,95 Gerichte in Mehrwegverpackung in 2025.

Keine Lebensmittelverschwendung

Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen wird in 2025 deutlich häufiger umgesetzt als in 2024.

  • Einerseits zeigt eine neu eingefügte Kategorie eine Umsetzung in den letzten 7 Tagen bei 69% der Befragten.

  • Gleichzeitig ist zu sehen, dass in 2025 insgesamt 93% der Befragten in den letzten 12 Monaten Lebensmittelabfälle vermieden haben. Dieser Wert lag in 2024 noch bei 89%. Die Mehrheit der Befragten hat nicht-zubereitete Lebensmittel durch Aufbewahrungstechniken gerettet, jedoch seltener als noch im letzten Jahr. Die 2025er Umfrage zeigt auf, dass die Anwendung von Aufbewahrungstechniken von 24% der Befragten in den letzten sieben Tagen umgesetzt wurde. Keine andere Herangehensweise wie  die Abgabe an Freunde, zeigt eine so hohe Häufigkeit.

  • Die erstmals abgefragte Anwendung von Zubereitungstechniken wie z.B. Fermentation kommt auf insgesamt 51% Umsetzung, aber nur 2% in den letzten 7 Tagen.

  • Potenzial bei der Rettung von nicht zubereiteten Lebensmitteln besteht vor allem bei der Abholung von Lebensmitteln bei Organisationen bzw. der Nutzung von öffentlichen Kühlschränken oder Lebensmittel-Apps, die in 2025 insgesamt nur auf 9% Umsetzung kommt.

Gemietet / geliehen statt gekauft

Mieten und Leihen wird grundsätzlich eher selten umgesetzt, 48% der Befragten gaben in 2024 an, diese Möglichkeit schon einmal genutzt zu haben.

  • In 2025 zeigt sich jedoch, dass in den letzten 12 Monaten mit 24% der Befragten mehr Personen Miet- und Leihangebote in Anspruch genommen haben als noch in 2024, wo dieser Wert bei 18% lag. Somit scheint die Strategie für eine motivierte Minderheit, die sie umsetzt, wichtiger geworden zu sein.

  • In Bezug auf die Menge der jeweils geliehenen Produkte für den Zeitraum der letzten 12 Monate zeigt sich eine leichte Abnahme für das Leihen von Kleidung sowie Möbeln.

  • Beim Leihen von elektrischen und elektronischen Produkten ist ein Anstieg der Menge zu beobachten: Befragte Personen haben in den letzten 12 Monate 0,53 elektrische oder elektronische Geräte geliehen oder gemietet, statt ein neues zu kaufen.

  • Im Vorjahr lag der Wert noch bei 0,42 Geräten. Ausgeprägt umgesetzt wird die Strategie vor allem von den 40- bis 74-Jährigen, hier gibt es deutliche Unterschiede zu den jüngeren sowie älteren Generationen.

  • Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Mieten und Leihen insbesondere über Bekannte, also Familie, Freunde und Nachbarn umgesetzt wird. Bei den Elektro- und Elektronikgeräten gibt es jedoch eine zunehmende Nutzung bei Anbietern mit Bezahlung auf Nutzungsbasis sowie durch Leihen im Einzelhandel. Das Leihen von Geräten aus (nicht-)kommerziellen Leihläden sowie Bibliotheken, das in 2025 erstmals abgefragt wurde, steht insgesamt bei 10% der Befragten.

Langlebig / reparierbar gekauft

Die Strategie, möglichst langlebige und ressourcenschonende Produkte zu kaufen, wird in 2024 im Vergleich mit den anderen abgefragten Strategien insgesamt von den wenigsten Befragten umgesetzt.

  • Im Vergleich von 2025 mit 2024 zeigen sich jedoch eine Zunahme bei der Umsetzung in den letzten 12 Monaten. Gaben hier in 2024 noch 10% eine Nutzung dieser Strategie an, sind es in 2025 20%.

  • Der Blick in die Produktgruppen zeigt jedoch weiteres Aufholpotenzial: Bei Kleidung geben in 2025 12% der Befragten an, diese explizit unter dem Aspekt der Langlebig- oder Reparierbarkeit gekauft zu haben.

  • Kleidung aus Recyclingmaterial oder anderen gebrauchten Stoffen haben nur 7% der Befragten explizit gekauft.

  • Ähnlich schwache Umsetzungswerte erzielen die Möbel: 14% haben explizit langlebig und reparierbare Möbel gekauft, 8% Möbel, die aus Recyclingmaterial oder anderen gebrauchten Stoffen hergestellt wurden.

  • Besser schneiden die Elektro- und Elektronikgeräte ab, hier kauften in 2025 immerhin 21% der Befragten solche als langlebig und reparierbar vermarktete Produkte.

  • Der in 2025 erstmals abgefragte Kauf von generalüberholten Produkten in einem wie-neu-Status wurde kommt insgesamt auf 10% Umsetzung. In allen drei Produktgruppen gibt es in 2025 gegenüber 2024 eine Zunahme bei gefühlter Befähigung wie auch bei künftiger Absicht zur Strategieumsetzung.


Gebraucht gekauft / erhalten

Die Umsetzung von Second-Hand kommt bei Berliner:innen eher selten vor, 59% haben laut der ersten Befragung noch nie Gebrauchtwaren gekauft oder anderweitig erhalten. Sogar die künftige Absicht sah in 2024 eher schlecht aus: 63% lehnten gebrauchte Möbel ab und sogar 69% wollten keine gebrauchte Kleidung kaufen.

  • In der zweiten Befragung zeigt sich eine positive Tendenz: Innerhalb der letzten 12 Monate  hat ein gestiegener Anteil, 20% statt 14%, der Befragten ein gebrauchtes Produkt erworben. Dies trifft am ehesten auf Kleidung zu: 0,69 gebrauchte Teile wurden in den letzten 12 Monaten gebraucht erhalten – nur 0,16 elektrische und elektronische Geräte bzw. 0,15 Möbel.

  • Bei den Kanälen sind für alle drei Produktgruppen kommerzielle Kanäle wie Einzelhandel oder online-Plattform etwa gleichauf mit der Nutzung der nicht-kommerziellen Kanäle wie Familie, Freunde und Nachbarn sowie andere Möglichkeiten.

  • Die Befähigung zur Umsetzung der Strategie gebraucht kaufen/ erhalten ist nach wie vor größer als die eigentliche Umsetzung der Strategie.

  • Auffällig ist eine über alle Produktgruppen hinweg geäußerte zunehmende negative Absicht zum Gebrauchterwerb, die Ablehnung („nein, auf keinen Fall“) ist am größten bei Kleidung (44%), gefolgt von Möbeln (40%), gefolgt von Elektro- und Elektronikgeräten (32%).

Weitergegeben / verschenkt / gespendet

Die Befragungsdaten deuten bei der in 2024 von vielen Befragten umgesetzten Strategie auf eine Intensivierung bei der Nutzung in 2025 hin:

  • 71% gaben 2024 an, diese jemals schon einmal umgesetzt zu haben, In der zweiten Befragung zeigt sich ein Anstieg der Umsetzung in den jeweils letzten 12 Monaten von 36% auf 43%. Dazu kommt auch eine Steigerung bei den Mengen, die sich für alle drei Produktkategorien erhöht haben: 4,02 Kleidungsstücke in den letzten 12 Monaten weitergegeben (statt 3,16 in 2024), 0,69 Möbel (statt 0,48) sowie 0,7 elektrische und elektronische Geräte (statt 0,37).

  • Insgesamt zeigt sich, dass ebenfalls bei allen Produktgruppen die nicht-kommerziellen Kanäle wie die Weitergabe an das persönliche Umfeld oder das anderweitige Verschenken häufiger in Anspruch genommen werden, als kommerzielle Kanäle.

  • Die Absicht, gebrauchte Gegenstände kostenlos weiterzugeben, bleibt hoch in Relation zu den bisher erreichten Umsetzungszahlen, ist gegenüber 2024 jedoch gesunken, zulasten eines gestiegenen „vielleicht“-Anteils: Dieser beträgt 25% bei Kleidung (statt 19%), 33% bei Möbeln (statt 28%) sowie 36% bei elektrischen und elektronischen Geräten (statt 31%).

Repariert statt weggeworfen

Auch die Reparatur von Gegenständen erlebt in 2025 eine Intensivierung:

  • Mit 35% geben deutlich mehr Befragte in 2025 an, eine Reparatur in den letzten 12 Monaten durchgeführt zu haben. In 2024 lag dieser Wert bei 24%, dies entspricht einer deutlichen Steigerung.

  • Zusätzlich haben sich alle Mengen in Bezug auf die drei abgefragten Produktgruppen erhöht: Demnach haben diejenigen, die repariert haben oder reparieren haben lassen, in den letzten 12 Monaten 1,36 Kleidungsstücke repariert (0,81 in 2024), 0,32 Möbel repariert (0,12 in 2024) sowie 0,27 elektrische und elektronische Geräte repariert (statt 0,19).

  • Repariert wird nach wie vor insbesondere von den mittleren Generationen, mehr als zwei Drittel der Befragten unter den 40- bis 74-Jährigen geben in 2025 an, jemals schon einmal repariert zu haben.

  • Bei der Reparatur von Kleidung und Möbeln liegen nicht-kommerzielle Kanäle wie Eigenreparatur oder das Repair Café vor der Nutzung von kommerziellen Kanälen.

  • Bei der Reparatur von Elektro- und Elektronikgeräten haben jedoch die kommerziellen Kanäle wie professionelle Reparateure oder Reparatur durch ursprüngliche Verkäufer und Hersteller einen größeren Anteil beziehungsweise liegen gleichauf.